Josua SchmidVon Josua Schmid / 19.04.21
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Wir lassen niemanden ohne Fallschirm an Bord
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Einer unserer Firmen-Werte ist die Verantwortung. Jeder kann sich das auf die Fahne schreiben... Hier kommt eine kleine Geschichte, die zeigt, was wir bei der Renuo darunter verstehen.


  • 24. Juli 11:49 Ein Kunde meldet sich. Er habe bemerkt, dass ein Release-Termin eines anderen Teams in seiner Firma etwas knapp angesetzt ist und fragt uns um Hilfe: «Anfrage ist sehr kurzfristig, aber vielleicht habt ihr ja gerade jemanden frei. […] Produkt-Launch ist im September.» Als Software-Agentur bekommen wir ab und an solche Anfragen. Man schätzt unsere unkomplizierte und reaktive Art.
  • 24. Juli 13:44 Wir wägen ab. Da wir zwar gut ausgelastet sind, bei einigen Projekten jedoch gute Zeitplan-Reserven haben, antworten wir: «Cool, dass du an uns denkst! Wir helfen natürlich gerne.»
  • 31. Juli 14:00 Wir treffen uns eine Woche später, um die Details des Projektes zu besprechen: Ein Drittanbieter der Software des Kunden spurt nicht und es ist laut Kunde unwahrscheinlich, dass er einlenken wird. Wir sollen deshalb einen kleinen, aber kritischen Part an Software schreiben, um das Manko auszugleichen. Wir willigen ein und geben eine Kostenschätzung ab. Gleichzeitig empfehlen wir dem Kunden jedoch, beim Drittanbieter zu eskalieren, da dies technisch zur besten Lösung beitragen würde. Zudem wären die Kosten so einiges niedriger.
  • 4. August 9:51 Wir haben noch nichts vom Kunden gehört und haken nach, ob unsere Hilfe noch benötigt wird.
  • 5. August 9:22 Wir erhalten die Antwort, dass die Eskalation noch nicht erfolgt ist. Da es wahrscheinlich scheint, dass die Eskalation ausbleiben wird, nehmen wir die Sache in die eigene Hand. Wir implementieren ein Proof-of-Concept auf eigene Faust.
  • 7. August 16:06 Wir melden dem Kunden Folgendes: «Wir wollten sehen, ob unsere Lösung funktionieren könnte und haben deshalb in den letzten 1-2 Tagen ein paar Dinge ausprobiert. […] Das Ganze ist nur ein Prototyp. Verbesserungen können wir selbstverständlich noch genauer besprechen.» Der Kunde kann den Vorschlag nun testen. Im Worst-Case (also falls der Drittanbieter nicht pünktlich reagiert) könnte unser Kunde damit am Release-Termin live gehen.


Ab diesem Moment ist Dank unserem Vorgehen der Release-Termin im September unseres Kunden abgesichert. Wir wollen ihn nicht mit runtergelassenen Hosen dastehen lassen, falls der Drittanbieter tatsächlich nicht einlenken sollte.


  • 13. August 10:37 Der Kunde ist zufrieden: «Für mich schaut das super aus! Danke für die Proaktivität, echt toll!»


Dann folgt eine kurze Funkstille, bevor es auf einmal Neuigkeiten des Drittanbieters gibt:


  • 3. September 15:46 «Bitte entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe – ich hatte zwischenzeitlich einige Diskussionen mit [dem Drittanbieter]. Somit werden wir eure Unterstützung nun nicht weiter benötigen.»


Anfänglich schien es unwahrscheinlich, dass der Drittanbieter einlenken würde. Dass er dies nun doch getan hat, ist unglaublich gut für die technische Qualität des Projektes und hält die Kosten für den Kunden gering. Trotzdem war es eine verantwortungsvolle Entscheidung, dass wir vom 7. August bis zum 3. September den Release-Termin für den Kunden abgesichert haben. Der einzige Hacken ist, dass wir dafür einen Aufwand hatten, den der Kunde begleichen muss, obwohl unsere Lösung schlussendlich gar nicht eingesetzt wurde. Für unseren Kunden ist dies jedoch kein Problem:


  • 15. September 12:02 «Bitte sende die Rechnung für die […] Entwicklung [… direkt] an mich.»


Schlussendlich ist es wie bei Fallschirmen: Man kauft sie in der Hoffnung, dass sie unbenutzt im Flugzeug bleiben.


Deshalb: Liebe Kund*innen, wir lassen Sie nie ohne Fallschirm an Bord!

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