Nathalie KnöpfelVon Nathalie Knöpfel / 30.09.20
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Als Mama von zwei Kindern im Alter von drei und sieben Jahren war es für mich nach einer kurzen Auszeit schwierig, einen Weg zurück in die Arbeitswelt zu finden – und ich denke, so geht es vielen anderen Eltern. Für einen besseren und einfacheren Einstieg braucht es Firmen, die flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit für Homeoffice anbieten.


Bei der Renuo fand ich beides und so arbeite ich seit Januar in der Renuo Buchhaltung und Administration mit flexiblem Pensum. Dies bedeutet, dass ich jeweils einen bis zwei Tage die Woche in den Büroräumlichkeiten in Wallisellen arbeite und das restliche Pensum (nochmals ca. 30 %) von zu Hause aus im Homeoffice erledige. Doch wie gut funktioniert Homeoffice mit Kindern?


Zum Glück funktioniert es bei mir ganz gut: Dank der flexiblen Arbeitszeit kann ich in der Mittagspause oder abends arbeiten, wenn meine Kinder schlafen oder mein Mann nach seinem Feierabend die Kinder übernimmt. Die Grosseltern übernehmen ausserdem die Kinderbetreuung wenn ich im Büro arbeite. An welchen Tagen ich im Büro bin, kann ich deshalb und von der Renuo aus frei einplanen. Dieses Arbeitsmodell erleichtert mir meinen Alltag enorm – und es bereichert ihn: Einerseits kann ich an meinen freien Vor- oder Nachmittagen wertvolle Zeit mit meinen Kindern verbringen und andererseits bieten mir die Arbeitstage in Wallisellen einen super Ausgleich mit spannenden beruflichen Herausforderungen.


Doch die Corona-Welle brachte alles durcheinander. Als sie Ende Februar auch die Schweiz erreichte und ab Mitte März der Lockdown besiegelt wurde, verlegten wir unsere ganze Arbeitszeit bis auf Weiteres ins Homeoffice.


Grundsätzlich klappte dies ganz gut, da die Renuo sowieso fast komplett digital arbeitet und wir alle gut ausgerüstet sind. Bereits vor Corona waren wir schon der Meinung, das Homeoffice ein super Modell ist – zwar nicht auf Dauer, da der soziale Austausch auch enorm wichtig ist für einen ausgewogenen Arbeitsplatz.


Es galt sich dennoch ab dann neu zu organisieren. Da die Grosseltern ab dann zur Risikogruppe gehörten, fiel ihre Kinderbetreuung auf einen Schlag weg. Wir hatten jedoch Glück im Unglück: Mein Mann wurde in die Kurzarbeit verlegt und konnte daher die Kinderbetreuung während meiner kompletten Homeoffice-Zeit übernehmen.


Die Arbeitstage im Homeoffice während dem Lockdown starteten alle fast immer gleich: Jeden Morgen um 9 Uhr trafen wir uns zum virtuellen Teammeeting. Dabei tauschten wir uns über aktuelle Arbeiten aus und hielten uns über alles Wichtige auf dem Laufenden. Was ich an diesem virtuellen Austausch besonders schätzte, war, andere Gesichter zu sehen und Gespräche ausserhalb der Familie zu führen. Meetings mit Kunden oder Mitarbeitergespräche fanden ebenfalls nur noch online statt. Die Meetings digital abzuhalten, funktionierte bestens und hat sich bei uns seither sehr etabliert. Wir nutzen verschiedene Anbieter, unter anderem Zoom, Whereby und Slack. (Dieser Artikel über die beste Software für Kommunikation per Kamera gibt diesbezüglich auch spannende Inputs.)




Eine grosse Schwierigkeit des Homeoffices für mich war jedoch die Abgrenzung von Privatem und Geschäftlichem. So checkte ich abends um 10 Uhr noch kurz Mails – ich könnte ja was verpassen – und beantwortete das eine oder andere, obwohl ich mir eigentlich zu 100 % sicher sein konnte, dass mein Gegenüber die Antwort bestimmt erst am nächsten Morgen lesen würde. Manchmal stellte ich mir jedoch auch vor, dass ja sowieso die meisten im Homeoffice arbeiteten und deshalb vielleicht auch gerade online waren.


Ab anfangs Juni begaben wir uns unter Berücksichtigung der nötigen Hygienevorschriften wieder schrittweise zurück ins Büro. Der soziale Kontakt ab dann tut sehr gut und ich freute mich, meine Arbeitskollegen wieder regelmässig sehen zu können. In dieser Zeit wurde mir bewusst, wie schön es ist, ein super Team zu haben. Ich hatte zwar die Zeit mit meiner Familie sehr genossen, aber ich freute mich nun wieder meine Freunde, Arbeitskollegen und insbesondere auch meine Eltern wieder regelmässig zu sehen.


Der Lockdown war eine gute Erfahrung und doch bin ich froh, dass wir wieder in Richtung Normalität zurückkehren konnten. Das befremdliche – ja schon fast beschämende Gefühl, wenn man hustet, auch wenn man sich nur verschluckt hat, wir uns dennoch bestimmt noch eine Weile begleiten. ;-)


Wie waren eure Erfahrungen betreffend Homeoffice mit Kindern? Ich würde mich sehr freuen, von euch zu lesen. Schreibt mir!

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