Die 4 Best Practices für Company Retreats

Samuel Steiner Von Samuel Steiner / 24.10.18
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Stete Weiterbildung verstehen wir als Selbstverständlichkeit. Wir sind der Meinung, dass Bildung von grundlegender Bedeutung ist und verlangen eine hohe Ausbildung und Bereitschaft zur Weiterbildung von unseren Mitarbeitenden. So führen wir zum Beispiel das Konzept einer «Investment Time», in welcher man eigenständig (und selbstverantwortet) 12% der jährlichen Arbeitszeit für Weiterbildung «Learning Week» (manche Firmen nennen das auch «Company Retreat»). Das Ziel dieser Woche ist es, voneinander zu lernen. Dies deckt einerseits den Einsatz bestehender Technologien ab, umfasst aber auch neue Technologien. Darüber hinaus soll natürlich auch Team-Building und Spass Platz finden.
Im Gespräch mit Kunden und Freunden merke ich, dass diese Woche immer wieder auf Begeisterung und Interesse stösst. Aus diesem Grund führe ich in diesem Blogbeitrag unsere Lessons Learned und Best Practices in der Organisation solcher Learning Weeks aus.

Company Retreat Best Practice 1: Dauer und Zeitpunkt


In den bisherigen Learning Weeks haben wir verschiedene Längen und Zeiträume ausprobiert. Für uns hat sich eine Länge von 7 Tagen mit 1 Tag Leisure-Activity in der Mitte am besten bewährt. Wir verreisen dabei am Sonntag und kehren am Samstag zurück. Ich bin versucht, dies als effektivste Dauer zu bezeichnen: Weniger Tage bedeutet einen Abstrich an Weiterbildung und gemeinsamer Zeit, mehr Tage ziehen Müdigkeit, Stress und im schlechtesten Fall Konflikte nach sich.
Der Zeitraum, wann diese Woche stattfindet, spielt eine untergeordnete Rolle. Am besten eignet sich eine Woche, welche nicht speziell busy ist. Bei uns hat sich Oktober/November eingespielt, weil dann keine Ferien (mehr) sind und es vor Weihnachten generell ruhiger ist.

Company Retreat Best Practice 2: Location


In den vier organisierten Company Retreats machten wir die Erfahrung, dass sich das Ländliche besser eignet als eine Stadt. Der Grund dafür liegt in der Ablenkung und dem Lärm, welche eine Stadt zweifelsohne mit sich bringt. Ein abgelegenes Haus hingegen bietet viel Denk-Freiraum, Inspiration und Zeit füreinander.
Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass wir absichtlich kein Hotel und entsprechende Tagungsräume buchen, sondern uns in ein genug grosses Haus einmieten (beispielsweise 2015 in Sizilien, 2016 in Lissabon, 2017 am Comer See und 2018 in La Bresse). Im Hinblick auf das Teambuilding ist das ein wichtiger Aspekt, der das Zusammenleben und Kennenlernen fördert. Idealerweise ist die Sprachregion eine fremde und die Location liegt zwei bis drei Stunden von Zürich entfernt, sodass man unkompliziert mit dem Auto anreisen kann. Konkret sind das beispielsweise die Westschweiz, das Elsass oder die Lombardei. Flüge und das Mieten von Autos bringt ein erhöhter Reise- und Koordinationsaufwand mit sich, welcher von anderen Aktivitäten abhält.

Company Retreat Best Practice 3: Programm


Alles in der Welt ist ein geben und nehmen! In diesem Sinne sollen auch alle Teilnehmenden der Woche Referate und Workshops beitragen. Ja, dazu zählen auch die Praktikanten. Der Prozess der Programmfindung startet mit einem gemeinsamen Brainstorming, welche Bereiche weiter vertieft, oder neu beleuchtet werden sollen. Es gibt gar die Regel, dass jedes Mitglied mindestens drei Themen nennen muss. Inspiration dazu liefern wöchentliche Newsletter (Ruby Weekly, JavaScript Weekly, etc.) oder Gespräche mit Freunden, Mitbewerbern und Kunden. Im Anschluss erarbeitet ein 2er-Gremium das Wochenprogramm, welches etwa wie folgt aussieht:
Company Retreat Programm
Der Inhalt des Programms umfasst immer technische Blöcke (der Fokus) und Business-Fragen. Exemplarisch ist in der Folge das diesjährige Programm aufgelistet:
Technisch:
  • Kubernetes: An intro & overview
  • Kryptographie: An intro & overview
  • Functional Programming: Coming from imperative to functional programming
  • What’s new in CSS?
  • Time complexity calculation: Runtime & memory usage in algorithms
  • Algorithm challenge
  • Ruby on Rails: A deep dive into ActiveRecord
  • Ruby on Rails: Modern web application with WebPacker
  • Amazon Machine Learning Services
  • Tägliche Code Katas (kurze, in sich abgeschlossene und wiederholende Code-Übungen)

Business:
  • Wie werden in 2019 die Löhne organisiert?
  • Wie sollen in Zukunft Mitarbeitergespräche stattfinden?
  • Google Ads Challenge
  • Die Kunst, ein Optimist zu sein
  • Tägliche kleine Inputs «Daily Business Hacks»

Weiter:
  • Spiritueller Input & Nachtaktivität
  • «Find and discover»: Während einer Stunde recherchiert jede Person über ein (neues) Thema, welches im Anschluss während fünf Minuten vorgestellt wird.

Zusätzliche Rollen:
  • Tageschef: Jeden Tag ist eine Person verantwortlich, dass alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und innerhalb der Workshops Zeiten eingehalten werden.
  • Reviewer: Jeden Abend findet eine Feedback-Runde statt. Dabei wird einerseits auf das allgemeine Befinden und andererseits auf die einzelnen Ausbildungsblöcke eingegangen. Im Anschluss bespricht man den nächsten Tag und nimmt allenfalls Anpassungen am Programm vor. Das Review-Meeting ist auch eine wunderbare Gelegenheit, konstruktives Feedback anzubringen. Natürlich mit entsprechend vorgängiger Schulung, wie man Feedbacks gibt. :-)

Practice 4: Teambuilding


Anhand des oben erläuterten Programms ist erkennbar, dass es keine spezifischen Teambuilding-Events gibt. Der Grund dafür ist einfach: Die ganze Woche an sich ist extremes Teambuilding! Jede Person, welche bereits eine ganze Woche mit einer Gruppe auf engem Raum verbracht hat, kann dies bestätigen. Das Coole daran: It all comes for free und benötigt keine externen Coaches oder Animatoren.
Erwähnenswert ist darüber hinaus, dass wir das Nachtessen selbst zubereiten. Kochgruppen kümmern sich dabei um die Planung sowie die Zubereitung je eines Abendessens. Eine echt tolle Erfahrung, und nicht zuletzt für den einen oder die andere eine Lebensschule ;-).

Fazit


Die Durchführung von Company Retreats stellt hinsichtlich Weiterbildung und Team-Zusammenhalt einen wichtigen Pfeiler in unserer Unternehmung dar. Für uns erwiesen sich die Länge von 7 Tagen (mit 1 freien Tag in der Mitte), das Mieten eines gemeinsamen Hauses auf dem Land sowie die kollaborative Gestaltung des Programms als Best Practices.

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